Bevor man an die Farbgenetik geht sollte man zuerst verstehen wie sie sich vererbt. Die Vererbung verläuft nach den mendelschen Regeln. Wobei beachtet werden muss das Mendel nicht auf Inzucht geachtet hat, die Regeln funktionieren auch, wenn man 4 Tiere mit den gewünschten Genen nimmt, welche nicht verwandt sind, mit diesen zwei Paare bildet und erst dann mit der F1 Generation weiter züchtet. Also wenn man z.b. schwarz und Agouti nimmt, nimmt man 2 schwarze, 2 Agoutis und macht 2 Paare schwarz x Agouti und kreuzt dann die Jungen der beiden Paare miteinander nicht untereinander also nicht Bruder mit Schwester.
die Jungtiere der beiden Paare würden folgendene Gene tragen und folgendene Jungen zur Welt bringen:
Aa CC DD EE GG PP x Aa CC DD EE GG PP =>
Agouti (AA CC DD EE GG PP)
Agouti (Aa CC DD EE GG PP)
Schwarz (aa CC DD EE GG PP)
zu Mendels Gesetzen + Glossar siehe weiter unten.
Farbgene der Mongolischen Rennmaus
der A oder Agouti Locus
- der A - Locus oder das Agouti Gen (es gibt immer 2 Allele eins von der Mutter und eins vom Vater also AA oder Aa ):
wird mit A abgekürzt. A ist das Dominante Gen und steht auch für die typische wild oder agoutifärbung. Die die einzelnen Haare des Felles kann man in 3 Abschnitte unterteilen bzw. das Haar ist geringelt unten blaugrau, oben beige mit einer schwarzen Spitze. Die schwarzen Spitzen kommen auch von langen Grannenhaaren. Dadurch entsteht das typische Ticking. Der Bauch ist weiß, manchmal mit einem beigen Lätzchen.
- Von jedem dominanten Gen gibt es auch ein rezssesives Gen, hier ist es das a. Die rezessive Form färbt die Maus komplett ein => der Bauch ist nicht weiß sondern gefärbt z.b. Schwarz ist komplett schwarz, ein Kohlfuchs hat einen Cremefarbenen Bauch, diese Tiere tragen aa und haben oft ein weißes Lätzchen und etwas geweißte Pfoten.
- Tiere die Aa tragen erscheinen im Phänotypus im bekannten Agouti Look (weißer bauch, anders gefärbter Rücken) tragen aber im Genotypus das Gen a z.b. für Schwarz.
- A in Verbindung mit anderen Genen kann eine ganz andere Färbung hervorrufen z.b. Gold ist ein "Agouti" mit roten Augen. Gold Trägt AA oder Aa und hat einen weißen bauch, einen blaugrauen Fellansatz und goldenen Längen und Spitzen und tragen das Gen für rote Augen also:
A- CC DD EE GG pp
der C , Albino oder Colourpoint Locus
der Colourpoint oder C Locus: Auch hier von gibt es einmal die dominante Form CC aber auch 2 rezessive Formen cch oder cchm. Es gibt Tiere die Tragen Cch oder Cchm, wobei man dies im Phänotypus nicht immer sieht und Tiere welche cch cch oder cchm cch oder cchm cchm tragen und was man im Phänotypus sieht.
- Erst einmal mal zum dominanten C: es bestimmt die Farbintensität und Pigmentierung der Haut und des Fells und die gesammt Menge an Farbpigmenten die gebildet werden. bei CC ist die Färbung normal.
- Cchm reduziert die Farbpigmente am Körper, allerdings lässt er gleichzeitig eine starke Pigmentiereung an Ohren, Nase, Schwanz und Füßen entstehen. Dies nennt man Acromelanismus. Es beeinflußt die schwarzen Farbpigmente kaum, gelbe werden dagegen stark beeinflußt. Durch Tempraturschwankungen können die Tiere ihre Farbe verändern z.b. durch Kälte werden die Tiere dunkler. Beine & Schwanz werden nicht betroffen. Der Locus wird auch mit cb bezeichnet.
- c(ch) c(ch) hellt das Tier noch stärker auf und führt zu weißen Mäusen, allerdings können sie das Gen für schwarze Augen tragen und somit z.b. mit dem passenden Partner schwarzäugige Jungen zur Welt bringen, man nennt sie Himalaya oder Hermelin. Ihr Schwanz behält allerdings einige Farbpigmente. Mit der Verbindung pp für rote Augen erhalten wir auch eine weiße Maus, allerdings sind noch Pigmente vorhanden und es ist kein Albino. Auch werden allgemein Tiere mit roten Augen aufgehellt wenn sie Cc(ch) tragen, bei Tieren mit schwarzen Augen ist dies nicht sichtbar. Auch dieser Locus ist Tempratur abhängig. Bei Tieren mit Schwarzen Augen wird ch nur in verbindung mit chm erkennbar: c(chm)c(ch) z.b. bei Siam oder Zobel hell.
- durch c(chm) c(ch) wird die Maus nochmals aufgehellt und bekommt den Zusatz -hell so wird so aus einem Marder ein Marder hell oder aus einem CP Kohlfuchs ein CP Kohlfuchs hell. Auch hier ist die Typische Maske vorhanden.
der D (Verdünnungs Locus) oder dilute Locus
- die Dominante Form (DD) verändert die Färbung der Maus nicht, er kontrolliert lediglich die Farbtiefe. Die rezessive Form führt zu einer Aufhellung und Verklumpung der Farbpigmente. So wird z.b. aus einer Schwarzen Maus durch dieses Gen eine "Blaue" Maus.
der E Locus oder Extensions Locus
- bei der Dominanten Form EE und Ee wird das Gleichgewicht zwischen der schwarzen & Gelben Pigmentierung des Fells und der Pigmentierung des Unterfells kontrolliert => das Unterfell ist bläulich grau
- das rezessive Gen ee wird auch Fuchsgen genannt, so wird aus einem Agouti ein Algierfuchs und aus einer Gold ein Goldfuchs oder aus Schwarz ein Kohlfuchs. Das Unterfell ist gelblich bis silbrig.
- dann gibt es noch das Schimmel-Gen eef oder efef. Tiere die eef tragen werden als Fuchsschimmel bezeichnet und Tiere die efef tragen als Schimmel. Fuchschimmel verblassen zwischen 6 - 12 Monaten, Schimmel färben sich mit ca. 9-12 Wochen. Sie werden weißer, behalten ein creme oder orange farbenes Unterfell und die Haarspitzen werden weiß. Manche Fuchsschimmel werder auch nur etwas heller z.b. der Kohlfuchsschimmel und zeigen kein weißes ticking, ein Algierfuchsschimmel wird im gegensatz dazu weiß. Kurz: Schwarz wird zugunsten von gelben Farbpigmenten reduziert.
der G Locus oder Grey Locus
auch hier gibt es wieder eine dominate und eine rezessive Form. GG oder Gg welches für die Bildung der schwarzen und gelben Farbpigmente zuständig ist und deren Intensität kontrolliert. Das rezessive Gen gg unterbindet die Bildung des gelben Pigmentes. So wird aus Agouti ein Silberagouti. Auch wird die krallen Farbe beeinflußt gg Tiere haben hellere Krallen.
der P Locus oder pink eye locus
das dominante PP oder Pp steht für die schwarze Pigmentierung der Krallen und Augen, pp färbt die augen rot und die Krallen weiß bzw farblos da es die Bildung des schwarzen Pigmentes verhindert. Bei PP oder Pp sind die krallen schwarz, es sei denn sie werden durch gg aufgehellt.
es gibt auch Mäuse die durch cch cch aufgehellt werden und somit rote augen haben, allerdings das Gen für schwarze Augen tragen. Durch pp wird aus schwarz Platin und aus Agouti wird Gold. Auch wird das Ticking aufgehoben, da die Bildung des dunklen Farbpigments entfällt.
der SP oder Spotting Locus
er steht für die scheckung
spsp steht für ungescheckte tiere und Spsp für gescheckte. Sp wird dominant vererbt aber es gibt keine SPSP Tiere (reinerbige Schecken) da diese eine Blutarmut ausbilden und nicht lebensfähig sind. Man unterscheidet Punkt-, Kragen-, Stark- und Superschecken (wenig => starke scheckung je größer der Weißanteil wird)
(c) by KleineRaveMaus 14.06.2003
Die Farbpigmente der Mongolischen Rennmaus
- Rennmäuse bilden 2 Farbpigmente: Eumelanin (steht für Schwarz oder allgemein dunkle Pigmente = grau oder braun) und Phaeomelanin (steht für Gelb oder allgemein helle Pigmente = orang, rötlich, silbrig)
- Die Farben der Rennmaus werden durch diese 2 Pigmente, deren Intensität bzw Fehlen beeinflußt bzw gebildet.
- Die Fabvainaten entstanden durch spontane Mutation der Gene die für die Pigmentierung zuständig sind (A - a / C - c- / D - d / E - e - ef / G - g / P - p / Sp - sp)
Hier ein paar Ethische Gedanken und Fragen zur Farbzucht und Selektion: Es ist zu sagen, das jede Maus eine einzigartige, ihr zugehörige DNA Sequenz besitzt und durch Farbzucht als wertvoll oder unerwünscht abgestempelt werden kann. Durch diese Selektion kann es dazu kommen, das Farben verloren gehen, da sie durch neue verdrängt werden und als unbeliebt gelten, wobei sie gesünder und größer sein können. Es ist ehtisch zu bedenken ob wir entscheiden können wie wertvoll eine Maus ist nur weil sie jetzt bestimmte Gene trägt, am ende gibt es nur noch "super" oder "Designer" Mäuse die aber gesundheitlich oder in ihrer Vitalität und Widerstandskraft eingeschränkt sind. Wie würden wir uns denn fühlen wenn es nur noch Perfekte Menschen gibt, wären die "normalen" dann "untermenschen"? Es gibt auch jetzt schon "designer" Babies. Ich züchte Farben, das bestreite ich gar nicht , allerdings hab ich auch ein Paar wo "normale" Farben fallen und ich hatte schon Interessenten die gerade diese haben wollten, da sie größer und robuster sind. Die Feststellung hab ich selbst schon gemacht, die größten meiner Renner sind Agoutis. Was nicht heißen soll das alle anderen Renner krank sind, es ist nur zu beobachten das z.b. neue Züchtungen zuerst durch Inzucht vermehrt werden und dadurch krank werden können. Ich finde jeder sollte selbst entscheiden und es gibt Züchter die wunderschöne Tiere haben, gesund Vital etc. die aber dann auch darauf achten das die Elterntiere diese Eigenschaften besitzen und nicht nur mit den Tieren züchten, weil sie bestimmte Gene tragen. Wenn man z.b. merkt das ein Weibchen mit der Jungenaufzucht Probleme hat oder gar Tote Junge zur Welt bringt sollte sie aus der Zucht genommen werden. Genauso sollte man entscheiden ob man zahme domestizierte Tiere will oder Beobachtungstiere. Es gibt Züchter die sehr liebevoll mit ihren Tieren umgehen und sie nicht des Geldes wegen züchten, dann wieder gibt es Züchter die die Tiere mehr Beobachten und auch nicht so aufs Geld schauen und dann gibt es Züchter, die ich hier Vermehrer nennen will, die egal wie die Tiere vermehren und sogar Inzucht in kauf nehmen nur des Geldes wegen und kaum um die Tiere kümmern (nur Futter etc). Wenn man Tiere von einem Züchter bekommt der die Tiere selten raus nimmt muss man beachten das diese Tiere oft sehr scheu und ängstlich reagieren können, sie kennen es nicht! solche Tiere sollte man nicht zwingen sondern von selbst kommen lassen. Tiere die oft rausgenommen werden haben schon ein gewisses Grundvertrauen aufgebaut und werden oder sind sogar zahm und zutraulich. Leider ist zu beobachten das Tiere von Züchtern die die Tiere selten rausnehmen oder den Vermehreren oft durch falsches handling total scheu und oft auch bissig werden und dann als Verhaltensgestört abgestempelt werden, wobei wir oft die sind die was falsch gemacht haben. Auch falsche Haltung kann dazu führen. Bevor man einem Tier die Schuld gibt sollte man erst mal überlegen ob man nicht die Ursache war und das Tier sich nur gewehrt hat. Meine Tiere haben ein so großes Vertrauen das ich sie mich ohneweiters in den Mund schauen lassen um die Zähne zu kontrollieren, die Nase und die Krallen auch. Ich denke es kommt ganz auf den Züchter an. (c) by KRM 2003
Mendel und seine Versuche(Vererbung)
Versuche:
· Seine Versuche beschränkten sich auf einzelne, einfache Merkmale. Mendel verfolgte die Weitergabe dieser Merkmale über mehrere Generationen und führte die Versuche an einer großen Zahl von Versuchspflanzen durch
· Er wählte dazu Erbsenpflanzen weil es in Europa zur Selbstbestäubung kommt und weil man sie sich auch problemlos künstlich bestäuben kann
· Vor Mendel hatten schon viele Forscher Kreuzungsversuche durchgeführt, haben aber nie die Vererbungsgesetze entdeckt. Seine Erfolge beruhten auf seiner Versuchsmethodik
· Er wählte aus 34 verschiedenen Erbsenorten solche aus, die sich in verschiedenen Merkmalen deutlich voneinander unterschieden und für diese Merkmale über mehrere Generationen konstant blieben (reinerbig/homozygot)
· Die Anlagen werden im Erbschema mit Buchstaben angegeben. Dabei stehen Großbuchstaben für dominante und Kleinbuchstaben für rezessive Merkmale
Versuchsmethodik:
· Wahl eines günstigen Versuchsobjekts · Sorgfältige Wahl des Ausgangsmaterials · Beschränkung der Untersuchung auf das Erbverhalten von nur ein oder zwei sich klar unterscheidenden Merkmalen (z.B. Blütenfarbe, Gestalt und Farbe der Samen) · Kontrollexperimente zur Bestätigung oder Widerlegung seiner Deutung der bisherigen Ergebnisse (reziproke Kreuzung, Rückkreuzung) · Quantitative und statistische Auswertung der Versuchsergebnisse
Monohybrider Erbgang
Dominant-rezessiver Erbgang · Mendel kreuzte reinerbige rotblühende Erbsen mit reinerbigen weißblütigen. In der ersten Tochtergeneration erhielt er ausnahmslos Nachkommen mit roten Blüten. Es war egal ob er eine rote Blüte mit den Pollen einer weißen Blüte bestäubte oder umgekehrt. ·Uniformitätsregel · Im folgenden Jahr kreuzte er die rotblühenden Pflanzen der F1 untereinander und erhielt unter ihren Nachkommen in der F2 ¾ rotblühende und ¼ weißblühende Pflanzen. Also ist diese Generation nicht einheitlich, sondern die verschiedenen Erscheinungsformen spalten in dem Zahlenverhältnis 3:1 auf. ·Spaltungsregel
Erklärungsversuch Mendels In der F2 Generation treten ¼ weißblühende Pflanzen auf. Daher muss für die Blütenfarbe weiß in F2 eine Anlage vorhanden sein obwohl sie nicht zum Vorschein kommt. Auch 2/3 der rotblühenden Pflanzen muss eine Anlage für weiß haben. Bei dem anderen Drittel ist diese Anlage nicht vorhanden. Sie ist reinerbig. So müssen die Anlagen für die Farbe in jeder Pflanze doppelt vorhanden sein. Diese Anlagen werden also von der einen Generation zur anderen über Keimzellen übertragen. Sie enthalten die Anlage aber nur einmal (entweder für rot oder für weiß) weil sie bei der Bildung der Keimzellen voneinander getrennt werden. Beim Zusammentreffen bei der Befruchtung entsteht eine Zygote, die von den Eltern je eine Anlage für die Blütenfarbe erhalten hat (trägt sie somit doppelt in sich). So sind die Anlagen dann entweder reinerbig oder mischerbig. Nachkommen der mischerbigen Pflanzen spalten in der nächsten Generation wieder im Verhältnis 3:1 auf. Nach der ,,Chromosomentheorie der Vererbung" stellen die Chromosomen die Träger der Erbinformation dar. Kreuzt man also AA mit aa so erhält man in F2 AA Aa Aa und aa. Also das Verhältnis 1:2:1
Überprüfung der Versuche:
Zur Überprüfung seiner Annahmen führte er Rückkreuzungen durch:
· Bei Individuen die ein dominantes Merkmal tragen kann man nicht ansehen ob sie bezüglich ihres Merkmals homozygot oder heterozygot sind. · Er kreuzte also die F1 Mischlinge mit dem reinerbigen rezessiven weiß blühenden Elter. Diese Rückkreuzung müsste dann rot blühende mischerbige und weiß blühende reinerbige Pflanzen im Verhältnis 1:1 erbeben. · Ist die rot blühende Pflanze reinerbig, dann sind ihre Nachkommen nach der 1. Mendelschen Regel alle gleich. Ist sie mischerbig so ist das Verhältnis 1:1.
Rückkreuzung ist also ein Mittel um Reinerbigkeit oder Mischerbigkeit eines beliebigen Individuums festzustellen.
Unvollständige Dominanz Man unterscheidet einen dominant-rezessiven Erbgang (dominante Allel unerdrückt die Wirkung des rezessiven) von einem intermediären Erbgang (Wirkung beider Allele ist erkennbar). · In der F1 Generation erhält man eine Mischung aus den Merkmalen der Eltern · In der F2 Generation spalten die Merkmale wieder im Verhältnis 1:2:1 auf · In F1 entsteht aber nicht genau die Mittelstellung daher Unvollständige Dominanz
Dihybrider Erbgang · Mendel führte auch dihybride Kreuzungen durch, bei denen zwei Merkmale unterschiedlich ausgeprägt waren. Eine Rasse hatte gelbe kantige Samen, die andere grüne, glattschalige. Gelb dominierte hierbei über grün, glattschalig über kantig. o In F1 waren alle Nachkommen untereinander gleich: gelb, glattschalig (Bestätigung der 1.Regel) o In F2 spalteten sich die Nachkommen der F1 auf (Verhältnis 1:3 bzw. 1:2:1). (Bestätigung der 2.Regel) o Er fand auch eine völlig neue Rasse mit grünen kantigen Samen. Die Anlagen für die Samenschalenfarbe und die Samenschalenform vererben sich unabhängig voneinander und können neu kombiniert werden.· Uniformitätsregel od. Unabhängigkeitsregel
Uniformitätsgesetz Kreuzt man zwei Individuen einer Art, die sich in einem Merkmal unterscheiden, das beide Individuen reinerbig aufweisen, so sind die Individuen der F1-Generation im betrachteten Merkmal gleich. Uniformität der F1-Individuen tritt auch dann auf, wenn bei der Kreuzung das Geschlecht der Eltern vertauscht ist (reziproke Kreuzung).
Spaltungsgesetz Kreuzt man diese Mischlinge unter sich, so spalten in der Enkelgeneration (F2) die Merkmale im durchschnittlichen Zahlenverhältnis 3:1 wieder auf. Je größer die Zahl der Nachkommen ist, desto genauer wird dieses Zahlenverhältnis erreicht. Die Vererbung von Merkmalen gehorcht statistischen Gesetzen.
Unabhängigkeitsgesetz Die einzelnen Erbanlagen sind frei kombinierbar, d.h. sie werden unabhängig voneinander vererbt und bei der Keimzellenbildung neu kombiniert. Den Vorgang nennt man auch Rekombination und die betreffenden Organismen Rekombinanten. Kommentar zum Unabhängigkeitsgesetz Die Freiheit der Kombination gilt aber nur für Gene, die nicht auf dem gleichen Chromosom liegen, denn auf einem Chromosom liegende Gene werden in der Regel zusammen vererbt. Mendel hatte zwar noch keine Ahnung davon, aber er hatte zufällig nur solche Merkmale untersucht, deren Gene nicht gekoppelt waren.
Bedeutung Mendels· Ein Jahr nach der Wiederentdeckung der Mendelschen Gesetzte konnte gezeigt werden dass sie auch für Menschen und Tiere gelten · Diese Weitergabe der Anlagen beim Menschen wurde mit Hilfe der Zwillingsforschung verfolgt · Auch beim Menschen gibt es Intermediäre Erbgänge (Vererbung der Blutfaktoren M und N) und dominant-rezessive Erbgänge (Blutfaktoren A und B dominant gegenüber 0) Rezessive Anlagen können über viele Generationen hinweg verborgen bleiben. Sie treten erst in Erscheinung wenn zwei rezessive Gene zusammen treffen. Bsp.: Taubstummheit
Art: zu ihr gehören alle Individuen, die sich miteinander paaren können und fruchtbare Nachkommen haben können
Sorte: Individuen die sich nur in wenigen Merkmalen von anderen Individuen ihrer Art unterscheiden, bilden die Sorte einer Art
Gen: Informationseinheit auf der DNS (engl. DNA), die für die Ausprägung eines Merkmals wie z.B. die Blütenfarbe verantwortlich ist
Allel: (gr. allelon = zueinander gehörig) stellt die verschiedenen Zustandsformen eines Gens dar. Bsp.: bei Erbsen gibt es für das eine Gen ,Blütenfarbe′ zwei Allele: eines für die Ausbildung der lila Blütenfarbe und eines für die weiße Blütenfarbe
Dominant: lat. dominari = beherrschen
Rezessiv: lat. recedere = zurück treten
Homozygot (=reinerbig): ist eine Sorte, wenn ihre Merkmale über mehrere Generationen hinweg gleich bleiben
Heterozygot (gr. heteros = der andere): ist eine Sorte, wenn ihre Merkmale verschieden sind
Phänotyp (gr. phainesthai = erscheinen): Die Gesamtheit der Merkmale, das äußerlich sichtbare Erscheinungsbild
Genotyp: Gesamtheit aller Allele eines Organismus
Parentalgeneration (lat. parens = Elternteil): Ausgangspflanzen -tier, die bei der Kreuzung verwendet werden (Abkürzung: P)
Filialgeneration: 1. Tochtergeneration der Parentalgeneration (Abkürzung: F1)
Hybriden: Bei der Kreuzung von Sorten erhaltene Mischlinge
Dominant-rezessiver Erbgang Das dominante Merkmal ist vorherrschend, das rezessive tritt zurück
Intermediärer Erbgang (lat. intermedius = in der Mitte liegend) Keines der Allele dominiert, sie bilden zusammen einen Phänotyp aus